Was ist eigentlich Spezialitätenkaffee?

14. Januar 2018

Man hört immer öfters von Spezialitätenkaffee oder auch „Speciality Coffee“. 
Was bedeutet der Begriff eigentlich und wann werden Kaffeebohnen als Spezialitätenkaffee bezeichnet? Es gibt strenge Richtlinien, die konkretisieren, ab wann es um einen echten Spezialitätenkaffee geht. 
Beim diesem Kaffee handelt es sich um einen High-End Coffee. Es ist also ein anderes Wort für Qualität, das für Fairness und Transparenz steht. Der Begriff Spezialitätenkaffee wurde zuerst von Erna Knutsen im Jahr 1974 verwendet. Diesen Begriff hat die mittlerweile 93-jährige Kultfigur der Kaffeeindustrie verwendet, um Kaffeebohnen mit speziellen Merkmalen zu beschreiben. 
Kaffeesäcke mit Spezialitätenkaffee

Wie wird Spezialitätenkaffee bewertet?

Einige strikte Richtlinien umfassen Kriterien, die erfüllt werden müssen, um diese Bewertung zu bekommen. Während einer Verkostung wird der Kaffee beurteilt. 
Die grösste Spezialitätenkaffee-Organisation der Welt – die Specialty Coffee Association (SCA) – schreibt ein striktes Protokoll für diese Verkostungen vor. 
Auf einer Skala von 0 bis 100 werden alle Kaffees bewertet. Die Qualität und Intensität von Süsse, Körper und Balance bedeuten höhere Punktzahlen. 
Für die “Defekte” und andere unangenehme Eigenschaften gibt es dagegen Punktabzug. Als Speciality Coffee gelten nur makellose Kaffees mit einer Punktzahl von mindestens 80. 
Man darf Spezialitätenkaffee nicht mit Begriffen wie „erstklassiger Kaffee“ oder „feinschmecker Kaffee“ verwechseln. Dies sind Marktbegriffe ohne definierte Standards, welche über die Herkunft, Sorte, Röstung und Qualität nichts aussagen. 
Das Interesse nach Speciality Coffee wächst kontinuierlich. Das Spezialisierungssegment ist inzwischen der am schnellsten wachsende Teilbereich der Kaffeeindustrie. Spezialitätenkaffee hat in den Vereinigten Staaten in den letzten 25 Jahren seinen Marktanteil von 1 % auf 20 % vergrössert. 
Länder wie Kolumbien, Äthiopien, Panama und Kenia sind Länder, die für eine Produktion von Kaffee mit besonders grosser Qualität bekannt sind. Nicht nur die konventionellen Richtlinien sind entscheidend, denn bei Kaffee handelt es sich um ein Erzeugnis, dessen Anbau und Weiterverarbeitung Talent, Hingabe und Leidenschaft benötigen. 

 


Was ist Arabica Kaffee?

07. Januar 2018

Arabica Kaffee
Oft steht auf Kaffee Verpackungen 100% Arabica oder 100% Robusta. Doch was bedeutet das eigentlich? Ist Arabica Kaffee besser als Robusta Kaffee? 
Viele Kaffeetrinker glauben, dass Arabica die besseren Kaffeebohnen sind, allerdings entspricht dies nicht ganz der Wahrheit. Die Aufschrift 100 Prozent Arabica sagt erst einmal gar nichts über die Qualität aus. Denn auch beim Anbau von Robusta Kaffee werden immer bessere Ergebnisse erzielt und die Qualität der Bohnen steigt. Dies zeigt sich auch geschmacklich, denn einige Robusta Kaffees werden immer besser. 
Doch nun erst einmal zu den Hauptunterschieden der beiden Kaffeepflanzen, den Anbau und den Ertrag, aus dem sich der grosse preisliche Unterschied erkennen lässt. 

Die Arabica Kaffeepflanze
Die Kaffeepflanze im Allgemeinen ist eine sehr sensible Pflanze. Sie verträgt keine extremen Temperaturen und ist wenig resistent gegen Schädlinge und Pilze. Die Arabica Pflanze ist im Vergleich zur Robusta Pflanze noch weniger widerstandsfähig. 
Mit schwankenden Temperaturen oder Wetterbedingungen wie viel Regen kann sie kaum umgehen. Dazu kommt, dass die Arabica Bäume nur in Höhen zwischen 800 und 2.200 Metern gedeihen. 
Schon diese kleine Liste gibt Aufschluss darüber, wie schwierig und damit auch arbeitsintensiv der Anbau von Arabica ist. 
Die Pflanzen mögen am liebsten eine beständige Temperatur von 20°C und sind auch in weiteren Punkten beim Anbau eher eine kleine Diva. Stimmt ein Parameter nicht, geht die Arabica Pflanze schnell ein. Allein durch den aufwendigen Anbau und den geringeren Ertrag sind die Kaffeebohnen der Pflanze teurer. 
Hinzukommt, dass die Arabica Bohnen über ein ganz anderes Geschmacksprofil verfügen als Robusta. Die Bohnen der Arabica Pflanze haben nur halb so viel Koffein wie die Robusta Pflanze, verfügen aber dafür über fast doppelt so viel Zucker und Fette.
Geschmacklich zeichnen sie sich durch eine grosse Aromen Vielfalt aus. Die komplexen Säuren und ausgeglichenen Körper machen die Arabica geschmacklich besonders interessant. 
Die Arabica Kaffeepflanze

Die Botanik der Arabica 
Die Arabica Pflanze ist eine der über 90 Unterarten der Coffea-Pflanze. Da nur die Unterart Arabica und Robusta eine wirtschaftlich grosse Bedeutung haben, sind die anderen Unterarten wie Coffea Excelsa oder Coffea Liberica weniger bekannt. 
Die Arabica Pflanze hat allerdings auch einige Unterarten, die auch als Sorten bekannt sind. Dazu gehören zum Beispiel die Arabica Bourbon oder die Maragogype. Jede Sorte weist geschmackliche Besonderheiten auf. 

Steckbrief der Arabica Kaffeepflanze

  • Wächst in Höhen zwischen 800 – 2.200 Metern
  • Sehr anfällig was Schädlinge und Temperaturbedingungen betrifft
  • Nur halb so viel Koffein wie Robusta
  • Doppelt so viel Zucker und Fette wie Robusta
  • Bringt weniger Ertrag im Vergleich zur Robusta Pflanze
  • Geschmacklich enthalten die Bohnen viel komplexe Säuren und Aromen
  • Arabica Bohnen geben kaum Crema beim Espresso

Geschmackliche Unterschiede zwischen Arabica und Robusta Kaffee
Geschmacklich hat Arabica Kaffee deutlich weniger Körper als Robusta. Der Kaffee oder Espresso zeichnet sich durch feine Säuren aus. Er ist ausserdem besonders komplex im Geschmack und schmeckt «spannend». 
Robusta Kaffee schmeckt im Vergleich eher holzig und erdig. Der Kaffee eignet sich allerdings gut für eine Espressomischung und gibt eine tolle Crema. Je nach Qualität der Robuste Pflanze gibt es sehr hochwertige und geschmacklich spannendere und weniger aufregende Kaffees. Die Robusta Kaffees zeichnen sich durch einen stärkeren Körper aus als die Arabica. 
In den letzten Jahren wird viel zur Kreuzung der beiden Pflanzen geforscht, um die Besonderheiten jeder Sorte herauszustellen. Dadurch können geschmacklich hervorragende Früchte und gleichzeitig widerstandsfähige Kaffeebäume entstehen.