Was ist Arabica Kaffee?

07. Januar 2018

Arabica Kaffee
Oft steht auf Kaffee Verpackungen 100% Arabica oder 100% Robusta. Doch was bedeutet das eigentlich? Ist Arabica Kaffee besser als Robusta Kaffee? 
Viele Kaffeetrinker glauben, dass Arabica die besseren Kaffeebohnen sind, allerdings entspricht dies nicht ganz der Wahrheit. Die Aufschrift 100 Prozent Arabica sagt erst einmal gar nichts über die Qualität aus. Denn auch beim Anbau von Robusta Kaffee werden immer bessere Ergebnisse erzielt und die Qualität der Bohnen steigt. Dies zeigt sich auch geschmacklich, denn einige Robusta Kaffees werden immer besser. 
Doch nun erst einmal zu den Hauptunterschieden der beiden Kaffeepflanzen, den Anbau und den Ertrag, aus dem sich der grosse preisliche Unterschied erkennen lässt. 

Die Arabica Kaffeepflanze
Die Kaffeepflanze im Allgemeinen ist eine sehr sensible Pflanze. Sie verträgt keine extremen Temperaturen und ist wenig resistent gegen Schädlinge und Pilze. Die Arabica Pflanze ist im Vergleich zur Robusta Pflanze noch weniger widerstandsfähig. 
Mit schwankenden Temperaturen oder Wetterbedingungen wie viel Regen kann sie kaum umgehen. Dazu kommt, dass die Arabica Bäume nur in Höhen zwischen 800 und 2.200 Metern gedeihen. 
Schon diese kleine Liste gibt Aufschluss darüber, wie schwierig und damit auch arbeitsintensiv der Anbau von Arabica ist. 
Die Pflanzen mögen am liebsten eine beständige Temperatur von 20°C und sind auch in weiteren Punkten beim Anbau eher eine kleine Diva. Stimmt ein Parameter nicht, geht die Arabica Pflanze schnell ein. Allein durch den aufwendigen Anbau und den geringeren Ertrag sind die Kaffeebohnen der Pflanze teurer. 
Hinzukommt, dass die Arabica Bohnen über ein ganz anderes Geschmacksprofil verfügen als Robusta. Die Bohnen der Arabica Pflanze haben nur halb so viel Koffein wie die Robusta Pflanze, verfügen aber dafür über fast doppelt so viel Zucker und Fette.
Geschmacklich zeichnen sie sich durch eine grosse Aromen Vielfalt aus. Die komplexen Säuren und ausgeglichenen Körper machen die Arabica geschmacklich besonders interessant. 
Die Arabica Kaffeepflanze

Die Botanik der Arabica 
Die Arabica Pflanze ist eine der über 90 Unterarten der Coffea-Pflanze. Da nur die Unterart Arabica und Robusta eine wirtschaftlich grosse Bedeutung haben, sind die anderen Unterarten wie Coffea Excelsa oder Coffea Liberica weniger bekannt. 
Die Arabica Pflanze hat allerdings auch einige Unterarten, die auch als Sorten bekannt sind. Dazu gehören zum Beispiel die Arabica Bourbon oder die Maragogype. Jede Sorte weist geschmackliche Besonderheiten auf. 

Steckbrief der Arabica Kaffeepflanze

  • Wächst in Höhen zwischen 800 – 2.200 Metern
  • Sehr anfällig was Schädlinge und Temperaturbedingungen betrifft
  • Nur halb so viel Koffein wie Robusta
  • Doppelt so viel Zucker und Fette wie Robusta
  • Bringt weniger Ertrag im Vergleich zur Robusta Pflanze
  • Geschmacklich enthalten die Bohnen viel komplexe Säuren und Aromen
  • Arabica Bohnen geben kaum Crema beim Espresso

Geschmackliche Unterschiede zwischen Arabica und Robusta Kaffee
Geschmacklich hat Arabica Kaffee deutlich weniger Körper als Robusta. Der Kaffee oder Espresso zeichnet sich durch feine Säuren aus. Er ist ausserdem besonders komplex im Geschmack und schmeckt «spannend». 
Robusta Kaffee schmeckt im Vergleich eher holzig und erdig. Der Kaffee eignet sich allerdings gut für eine Espressomischung und gibt eine tolle Crema. Je nach Qualität der Robuste Pflanze gibt es sehr hochwertige und geschmacklich spannendere und weniger aufregende Kaffees. Die Robusta Kaffees zeichnen sich durch einen stärkeren Körper aus als die Arabica. 
In den letzten Jahren wird viel zur Kreuzung der beiden Pflanzen geforscht, um die Besonderheiten jeder Sorte herauszustellen. Dadurch können geschmacklich hervorragende Früchte und gleichzeitig widerstandsfähige Kaffeebäume entstehen. 
 


Warum schmeckt Kaffee bitter?

05. Dezember 2017


Einer der Hauptgründe, die ich zu hören bekommen, wenn ich frage, warum jemand keinen Kaffee trinkt, ist dieser: Kaffee schmeckt bitter, das mag ich nicht.
Doch warum schmeckt Kaffee bitter? Muss er so schmecken? Gibt es auch Kaffee, der nicht so schmeckt? 
Da Kaffee ein sehr komplexes Produkt ist, gibt es hierauf keine einfache Antwort. Beim Kaffee können viele verschiedene Gründe dazu führen, dass er bitter schmeckt. 

Der erste und wahrscheinlich häufigste Grund ist die Röstung. Beim Kaffeerösten werden viele chemische Reaktionen ausgelöst. Die geschmackliche Auswirkung wird von Faktoren wie der Röstdauer, den Temperaturen und natürlich den Bohnen bestimmt. 
Hat man aber die fertigen Bohnen in der Hand, lassen sich nur mit viel Fachkenntnis Rückschlüsse auf das Röstprofil schließen. Ein einfacherer Weg festzustellen, ob der Kaffee wohl eher bitter ist oder nicht, ist die Farbe der Bohne. Als Faustregel gilt, je dunkler die Bohne desto bitterer der Geschmack. Das extreme Beispiel sind Kaffeebohnen, die sehr dunkel sind und auf der Oberfläche ölige Flecken haben. Typisch für sehr dunkel geröstete Kaffees sind süd-italienische Espressi. 

Die Farbe und somit auch die Röstung sind nur ein Grund, wieso Kaffee bitter schmeckt beziehungsweise röstig. 
Ein weiterer Grund liegt in der Zubereitung des Getränks. Dabei geht es hauptsächlich um die Kontaktzeit zwischen Wasser und Bohnen. Auch die Größe der gemahlenen Bohnen spielt eine Rolle. 
Der Grund für den bitteren Geschmack ist hierbei die Dauer der Extraktion, das bedeutet: wie lange ist der Kaffee in Kontakt mit dem heißen Wasser.
Schmeckt der Kaffee, ob als Espresso oder Filterkaffee, sehr bitter, kann das daran liegen, dass er zu lange mit dem Wasser in Kontakt war. Dabei werden viele Bitterstoffe und auch Gerbsäure aus den gemahlenen Bohnen gelöst. Diese sorgen für einen bitteren Geschmack. 
Um diesem Ergebnis entgegen zu wirken, sollte der Mahlgrad der Bohnen vergröbert werden. Denn bei größeren Kaffeestückchen fließt das Wasser schneller durch. Das bedeutet: weniger Kontaktzeit und weniger Bitterstoffe in der Tasse. 

Der letzte Grund, wieso Kaffee bitter schmecken kann, ist das Koffein. Denn Koffein hat von Natur aus einen bitteren Geschmack. Allerdings hat das Koffein im Kaffee eine der geringsten Auswirkungen auf den bitteren Geschmack. Ein gut gerösteter und gebrühter Kaffee schmeckt kaum bitter, trotz Koffein. 




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